Seit nunmehr 11 Jahren fotografiere ich auf meinen jährlichen Reisen in Südost Asien und habe mich jetzt entschlossen, einen Teil meiner Fotografien als Buch herauszugeben.
Ich habe den renommierten Kerber-Verlag gefunden, der das Buchs verlegen wird und es wird im Mai erscheinen.
Das Buch hat Größe 21 x 22 cm mit 108 Seiten, Fadenheftung und Hardcover. Der Druck der 49 großen und der ca. 900 kleinen Abbildungen ist in Farbe und mit einem Text von Eva Schestag in deutsch/englisch.

Für 150,- Euro biete ich das Buch,
eine Fotografie auf Fine Art Paper in 30 x 40 cm
mit Schrägschnitt-Passepartout, beides signiert.
Die Auflage ist 50 Stück pro Arbeit.
Reisen und fotografieren. Fotografieren und reisen. Im Falle von Jens Nagels wäre es schön, wenn man beides gleichzeitig in einem Wort sagen könnte, ohne einer der beiden Tätigkeiten dabei einen Vorrang oder eine Präferenz einzuräumen. Jens Nagels ist Fotograf und reist gerne, insbesondere nach Südostasien. Jens Nagels reist seit mehr als zehn Jahren immer wieder nach Südostasien und fotografiert – um auch unterwegs eine Aufgabe zu haben, sozusagen aus Langeweile. Er reist langsam, verweilt gerne an einem Ort, ehe er sich wieder aufmacht und weiter reist. Immer wieder zieht es ihn in diese fernen Länder Asiens, wo die Menschen freundlicher und froher sind, wo der Rhythmus des Lebens ein anderer ist, wo Müßiggang und Langeweile Voraussetzungen für die Erfahrung der Leere und des Nichts sind. Und gerade das interessiert ihn als Mensch und als Fotograf. Er sucht nicht das Spektakuläre, die atemberaubenden Blicke, die Höhepunkte oder Attraktionen. Seine Langsamkeit erlaubt oder ermöglicht ihm das Kleine, das Alltägliche, Belanglose und Nebensächliche in seiner unscheinbaren und zurückhaltenden Schönheit zu sehen und in seinem klar strukturierten Rhythmus wahrzunehmen. An diesem Punkt ist der Buddhismus für ihn nicht abstrakt, sondern gelebte Philosophie.
Jens Nagels reist nur mit einer kleinen, unauffälligen Kamera. Er fotografiert aus der Hand, nebenbei und will weder sich noch die Dinge oder Menschen oder Tiere, die er ablichtet, in Szene setzen. Die Sprachen der Länder, die er in Südostasien bereist, spricht er nicht. Er hört zu und horcht auf ihren Klang und ihre Melodie und genießt es, nicht verstehen zu müssen und in kein Gespräch gezwungen zu werden. Er ist ein frei schwebender Beobachter, der nichts sagen muss und schweigen darf. Das gibt ihm die Freiheit zu schauen und auf Details zu achten, die außerhalb des großen Ganzen, außerhalb des kommunikativen und sozialen Zusammenhangs stehen.
Es war in Vietnam, wo ein Regenwasserbehälter in ein ganz besonderes Licht getaucht vor einem Haus stand. Ein Moment, den der Fotograf festhalten wollte. Da kam ein Mann aus dem Haus und fragte auf Englisch: "Warum fotografierst Du das?" "Es ist schön", antwortete der Fotograf. Da sagte der alte Mann mit Bestimmtheit "Das ist nicht schön" und betonte dabei jedes einzelne Wort.
Die Menschen auf den Fotografien sind oft Teil von Szenen oder Situation, die Jens Nagels beobachtet oder Teil der Geometrie einer Landschaft. Unmerklich gehen sie in der Komposition des Bildes auf. Anders in den Portraits. Hier begegnet uns jeder einzelne Mensch mit einem erstaunlich offenen und unverstellten Blick. Man würde dem fremden Fotografen gegenüber eher Skepsis, Kühle oder Distanz erwarten als das Vertrauen, das man ihm in diesen ernsthaften, versunkenen, neugierigen, stolzen, schelmischen, verlegenen, sinnlichen und unglaublich aufrichtigen Blicken wie ein Geschenk entgegen bringt.
Die Begegnung mit der Fremde erweitert und vertieft unsere Weltsicht nicht nur, sie vermag diese gewaltig zu bewegen oder zu erschüttern, wenn wir bereit sind loszulassen und nicht festzuhalten an dem, was uns das eigene und das andere ist.